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Wo heute noch rund 60 Musterhäuser stehen,
könnte in ein paar Jahren ein riesiger
Möbelmarkt zu finden sein: Ikea hat
Interesse am derzeitigen Standort der
Fertighausausstellung in Wuppertal. Was
würde das für die heimischen Einzelhändler
bedeuten? Um diese Frage ging es gestern bei
einer Veranstaltung der Südwestfälischen
Industrie- und Handelskammer (SIHK) in
Gevelsberg.
Nach Informationen der Kammer könnte auf dem
Gelände nicht nur ein Einrichtungshaus mit
einer Verkaufsfläche von rund 25.000
Quadratmeter entstehen, sondern zusätzlich
ein „Homepark“ mit noch einmal derselben
Fläche. „Diese Ansiedlung mit einer
Gesamtverkaufsfläche von etwa 50.000
Quadratmetern wird nach unserer Einschätzung
erhebliche Auswirkungen auf die Kundenströme
sowie die Kaufkraftbindung haben“, so die
SIHK. Nicht nur die im direkten
Einzugsbereich gelegenen Städte Sprockhövel,
Schwelm und Gevelsberg, sondern der
komplette Ennepe-Ruhr-Kreis, die Stadt Hagen
und sogar Teile des Märkischen Kreises
könnten betroffen sein.
Viel Konkretes über die Pläne von Ikea war
bei der Veranstaltung gestern nicht zu
erfahren. Dafür sei es zu früh. Dennoch sind
Einzelhändler und Politiker im EN-Kreis
alarmiert: „Es muss jedem klar sein, dass
dort eine richtige Stadt entstehen würde“,
sagt Daniela Weithe. Die Vorsitzende der
Werbegemeinschaft Schwelm (WGS) war gestern
bei der Diskussionsveranstaltung vor Ort.
Sie sagt: „Das ist beinahe so, als ob einem
ein Centro Oberhausen vor die Tür gesetzt
würde.“ In einem „Homepark“ kann schließlich
von Elektronik über Sportartikel bis hin zu
Matratzen so ziemlich alles angeboten
werden. „Das könnte den Konkurrenzdruck
erhöhen und vor allem für Schwelm und
Sprockhövel problematisch werden“, betont
Daniela Weithe. Für die Kunden sei es
natürlich zunächst einmal eine tolle Sache,
Ikea quasi vor der Haustür zu haben. Man
müsse aber auch die möglichen Konsequenzen
für die gewachsenen Stadtkerne bedenken.
„Wenn es in der Innenstadt keinen
Einzelhandel mehr gibt, dann fällt dort auch
vieles andere weg“, unterstreicht die
WGS-Vorsitzende. Trotzdem warnt sie vor
„Panikmache“. Schließlich könnte Ikea wohl
erst 2013 oder 2014 seine Pforten öffnen.
Da die Werbegemeinschaft allein nichts
ausrichten kann, wird sie das Gespräch mit
der Stadt suchen. Schwelm, so die Hoffnung
von Daniela Weithe, könnte sich dann mit den
anderen betroffenen Gemeinden zusammentun
und mit ihnen gemeinsam Position beziehen.
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