Gestern Abend wurde Ursula von der Leyen im
Kanzleramt erwartet, nächste Woche berichtet sie
bei den G20 in Washington über das deutsche
Erfolgsmodell Kurzarbeit – vorher war sie
gestern Morgen aber erst einmal in Ennepetal zu
Gast.
Die Arbeitsministerin besuchte die Firma Hugo
Lahme im Industriegebiet Oelkinghausen. Um kurz
vor 10 Uhr fuhr der Audi A8 der Ministerin bei
dem traditionsreichen Unternehmen vor, wo neben
dem Sohn des Gründers, Seniorchef Hugo Lahme
jun. (76), und Geschäftsführer Hans-Joachim
Wittwer auch Ennepetals Bürgermeister Wilhelm
Wiggenhagen den prominenten Gast aus Berlin
willkommen hießen. Außerdem vor Ort dabei: Dr.
Ralf Brauksiepe, seines Zeichens Vorsitzender
der CDU im Ennepe-Ruhr-Kreis und
Parlamentarischer Staatssekretär in von der
Leyens Ministerium, sowie Landtagskandidat Jens
Knüppel. Der CDU-Politiker arbeitet bei der
Firma Lahme, wo er auch seine Ausbildung
absolvierte.
Ursula von der Leyen kam mit einem strikten
Zeitplan und vielen Fragen. Vor allem die
Erfahrungen des Unternehmens mit der
konjunkturelle Kurzarbeit und die wegen der
Wirtschaftskrise angespannte Haushaltslage der
Stadt interessierten die Ministerin. Von
Bürgermeister Wiggenhagen erfuhr sie, dass die
Klutertstadt im Jahr 2008 noch 52 Millionen Euro
als Gewerbesteuer einnahm und es 2009 einen
Einbruch um rund zwei Drittel auf nur noch 16,5
Millionen gab. Obwohl die Prognosen für das
laufende Jahr mit 23 Millionen wieder etwas nach
oben weisen, ist die Kommune von dem Niveau vor
der Krise noch meilenweit entfernt.
Auch die Firma Lahme musste ihre
Gewerbesteuerzahlungen reduzieren, weil in der
Krise Umsatz und Gewinn schrumpften. Um rund 25
Prozent ging der Umsatz im Krisenjahr 2009
zurück.
Geschäftsführer Wittwer lobte ausdrücklich die
unbürokratischen und flexiblen Regelungen der
Kurzarbeit. Ministerin von der Leyen freute sich
über das Lob und versprach, mit aller Kraft
dafür zu kämpfen, dass die gleichen Regeln für
Kurzarbeit auch im Jahr 2011 noch gelten.
Die Besuchern aus Berlin zeigte sich beeindruckt
von den Leistungen der Hugo Lahme GmbH, die 1945
gegründet wurde und heute 120 Mitarbeiter
beschäftigt. Die Produkte, insbesondere Lösungen
für Schwimmbäder, Pools und Wasserattraktionen,
werden in mehr als 50 Länder exportiert, die
Lieferungen ins Ausland machen rund 50 Prozent
des Umsatzes aus.
„Wenn ich das nächste Mal mit meinen Kindern ins
Schwimmbad gehe“, so lautete Ursula von der
Leyens Fazit, „dann werde ich die Technik im
Becken mit ganz neuen Augen sehen.“. |