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„Was kann ich für Schwelm tun?“ - diese Frage
stand als Leitmotiv über dem „1. Schwelmer
Stadtgespräch“. Nach einer Diskussion mit rund
100 Teilnehmern stand fest: Viele können eine
Menge tun, und vier Themen werden von
ebensovielen Arbeitsgruppen schon sehr
kurzfristig angepackt: Sauberkeit,
Weihnachtsbeleuchtung, Öffnungszeiten der
Geschäfte und das Erscheinungsbild der Stadt.
Bürgermeister Jochen Stobbe hatte zum „1.
Schwelmer Stadtgespräch“. in die Stadtsparkasse
eingeladen und freute sich nun über die große
Resonanz: Es nahmen so viele Einzelhändler,
Vertreter von Einrichtungen und andere
interessierte Bürger teil, dass noch Stühle in
den Veranstaltungssaal getragen werden mussten.
Viele wichtige Themen wurden angesprochen, für
die vier Arbeitsgruppen meldeten sich zahlreiche
Teilnehmern verbindlich an.
Jochen Stobbe hatte im Vorfeld des
„Stadtgesprächs“ wissen lassen, dass es nicht
darum gehe, das Rad neu zu erfinden. Man könnte
deutlich feststellen, dass sich in den
vergangenen Jahren immer mehr Bürger für ihre
Stadt stark gemacht hätten. Ob Vereine oder
Einzelpersonen, die GSWS und ihre
Arbeitsgruppen, Sponsoren und Stiftungen: Die
Initiativen und Kraftanstrengungen seien
intensiv und die Ergebnisse augenfällig: Brunnen
wurden repariert, beide Schwelmer Kirchen
beleuchtet, die Verteilerkästen bemalt, zwei
Fachwerkhäuser in der Kirchstraße großartig
saniert, die Gewerbegebiete der Stadt
ausgeschildert. Eine gute Bürgertat lasse die
andere auf dem Fuße folgen.
„Die finanzielle Situation der Stadt ist
bekannt“, so Stobbe. „Es geht nicht darum, auf
den Segen von oben zu warten, sondern selber in
gangbaren Schritten vernünftige Ziele zu
erreichen.“
Die Worte des Stadtoberhaupts fanden bei der
Versammlung ein deutliches Echo: „Unser
Kernproblem war doch immer, dass viele meinten
,man müsste mal’, was ja bedeutet, dass man das
Handeln an andere weiterleitet. Es muss aber
heißen: ,Ich werde’“, so brachte es ein
Teilnehmer auf den Punkt. Ein anderer
Einzelhändler hört nicht gern die Klage von
Kollegen, in Schwelm gäbe es leider nicht alles
zu kaufen, das mache die Stadt unattraktiv.
„Wenn es etwas nicht gibt, dann bedeutet das
doch eine Riesenchance, es selber hier
einzuführen“, drehte er entschlossen den Spieß
um: „Man muss doch aus dem vermeintlichen Mangel
eine Marktlücke machen“.
Ein wichtiges Thema war auch die verbesserte
Vernetzung und stärkere Information nach außen.
Der Handel lebt wesentlich von ausreichender und
gelungener Außendarstellung, und so fragten
einige Teilnehmer des Stadtgespräches
folgerichtig: „Wie können wir noch präsenter
sein? Welche Möglichkeiten bieten sich auch über
eine konzentrierte Präsenz im Internet?“, „Wer
hilft uns hier bei der Koordination?“
Auch das Thema Weihnachtsbeleuchtung wurde
intensiv diskutiert. Sie ist zum Teil 35 Jahre
alt und kostet die Händler, die GSWS und die
Stadt viel Geld. Hätte die AVU nicht in den
vergangenen Jahren den Strom gespendet, hätten
die Kosten sogar noch weitaus höher gelegen.
Diskutiert wird nun über eine neue Beleuchtung.
Hier gelte es, so der Tenor beim
„Stadtgespräch“, alle Bürger anzusprechen. „Wir
alle haben etwas von dieser Beleuchtung, die
unsere Stadt in der Weihnachtszeit so
faszinierend macht. Das ist ein Heimatgefühl und
eine Bürgerangelegenheit für alle. Die
Weihnachtsbeleuchtung als Herzenssache muss aber
auch bedeuten, dass alle Bürger sich finanziell
beteiligen, mit größeren Mitteln oder mit
kleiner Münze. Denn erst dann ist es auch
wirklich unsere Schwelmer Beleuchtung“, brachte
es ein Geschäftsmann auf den Punkt.
Zum Thema Sauberkeit wurde ein „Tag der
Sauberkeit“ angeregt - unter dem Motto: „Schwelm
putzt sich“. Viele der Händler kehren vor ihrer
eigenen Türe. Sie hoben hervor, dass es doch
kein Problem sein sollte, mit einem Handgriff
selber einmal die zugewachsenen Ritzen an
Fassaden zu reinigen, monierten aber auch, dass
Müllgefäße abmontiert worden seien, die nun
fehlen würden.
Immer wieder würden sie beobachten, dass vielen
Kindern nicht mehr beigebracht würde, dass man
nicht einfach alles fallen lassen könnte. Das
Gespräch mit ihnen oder Begleitpersonen verlaufe
da nicht immer freundlich. Ein Händler
berichtete von der erfolgreichen Zusammenarbeit
mit Schwelmer Schulen.
Der Arbeitstitel „Stadttore“ steht für Pläne,
gerade das Entree der Stadt zu verbessern. So
berichtete der Bürgermeister von Bürgern, die
sich für den Kreisel am Ochsenkamp stark machen,
der wahrlich einen traurigen Anblick abgäbe. Mit
Glück und Energie könnte eine Lösung noch in
diesem Jahr gelingen. Der Kreisel gehöre Straßen
NRW, nicht der Stadt. Straßen NRW aber, das habe
man in Vorgesprächen geklärt, würde eine
Gestaltung dulden. Auch Spender hätten sich
schon bereit gefunden, um hier tätig zu werden. |