Am Sonntagabend wurde die Schwelmer
Feuerwehr zur Prinzenstraße gerufen, wo die
Lagerhalle eines metallverarbeitenden
Betriebes in Flammen stand. Die
Einsatzkräfte hatten aber nicht nur gegen
das Feuer zu kämpfen, sondern wurden bei
ihrer Arbeit auch massiv von mehren hundert
Schaulustigen behindert – ein Umstand, den
man kein weiteres Mal hinnehmen werde, wie
Polizei, Feuerwehr und Stadt Schwelm am
Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz
deutlich machten.
„Der Sonntag war ein fußballfreier Abend“
,so sagte Polizeipressesprecher Dietmar
Trust. Da hätten viele anscheinend gedacht:
„Heute gibt es kein Public Viewing, da
schauen wir uns mal einen Brand an“. Die
Zustände vor Ort, so Trust, hätten die
Beamten „entsetzt“. Einzelne Schaulustige
versuchten gleich mehrfach, die
Polizeiabsperrungen zu durchbrechen. Da es
eine Reihe von Möglichkeiten gibt, in die
Nähe der Einsatzstelle zu gelangen, wurden
entsprechend viele Polizisten gebraucht, um
die Menge zurückzuhalten – so viele, dass
sogar zwölf Beamte aus Wuppertal, Bochum und
Dortmund zusätzlich angefordert werden
mussten. „Beim nächsten Mal werden wir ganz
konsequent Platzverweise aussprechen und bei
Nichtbefolgung Strafverfahren einleiten“,
betonte der Polizeipressesprecher. Wenn es
um die Behinderung von Rettungsarbeiten
gehe, seien die Gericht nicht zimperlich und
würden „empfindliche Geldstrafen“ verhängen.
Auch Stadtbrandmeister Norbert Fichtel, der
sich zum Zeitpunkt des Alarms um 21:55 Uhr
nicht in Schwelm befand, hatte Mühe, zum
Einsatzort zu gelangen: „Die Leute standen
in Fünferreihen auf der Prinzenstraße, so
dass ich mit meinem Dienstwagen kaum durch
kam“, berichtete er bei der Pressekonferenz
im Schwelmer Rathaus.
„So etwas darf einfach nicht passieren“,
zeigte sich auch Bürgermeister Jochen Stobbe
verärgert über die Schaulustigen. Solche
Zustände müssten in Zukunft vermieden
werden. „Gott sei Dank ging der Einsatz ohne
Personenschäden ab, auch von den
Einsatzkräften wurde niemand verletzt“, hob
das Stadtoberhaupt hervor. Er dankte den
Feuerwehrleuten, Polizisten und sonstigen
Rettungskräften. Der Dank ging nicht nur an
die Schwelmer, sondern auch an die
Ennepetaler und die Gevelsberger Feuerwehr.
Hier war im Rahmen der interkommunalen
Zusammenarbeit Hilfe angefordert worden.
Als das erste Fahrzeug am Sonntagabend an
der Einsatzstelle eintraf, brannte eine etwa
30 mal 15 Meter große Lagerhalle der
Metallveredelungsfirma Haas, die von
weiteren gewerblichen Gebäuden umringt ist
und daher für die Einsatzkräfte nur schwer
zugänglich war. Aufgrund der starken
Rauchentwicklung wurde die Bevölkerung
präventiv aufgefordert, Türen und Fenster zu
schließen – eine Anordnung, der sich viele
Anwohner widersetzten. „Die Leute sagten,
die Luft sei so stickig“, berichteten
Vertreter von Feuerwehr und Polizei am
Montag kopfschüttelnd. Das Dach der
brennenden Halle war mit Eternitplatten
gedeckt, die unter großer Hitze
explositionsartige Geräusche von sich gaben.
Vorsorglich durchgeführte Messungen der
Feuerwehr ergaben allerdings keine
nachweisbaren Schadstoffe. Das Feuer wurde
schließlich mit Hilfe von 2 Wenderohren
sowie über 6 B- und 4 C-Rohre von mehreren
Trupps bekämpft und gelöscht. Dabei mussten
sich die Einsatztrupps zu großen Teilen mit
umluftunabhängigen Pressluftatmern vor dem
Brandrauch schützen. Das Feuer war nach etwa
einer Stunde unter Kontrolle und gegen 00:15
gelöscht. Gut anderthalb Stunden später war
der Einsatz auch für die Polizei beendet. |