Wenn das kein gutes Omen ist: Just in dem
Moment, als am Sonntag-mittag der neu
gestaltete Spielplatz am Martfeld offiziell
eröffnet wurde, verschwanden die Regenwolken
und machten Platz für die Sonne. Und so
applaudierten die vielen keinen und großen
Gäste nicht nur dem Bürgermeister und den
Technischen Betrieben (TBS), sondern auch
dem Wetter.
Die Spielplatz-Eröffnung war eingebettet in
einen Aktionstag der TBS unter dem Motto
„Men at work“. Die TBS-Mitarbeiter ließen
sich bei ihren vielfältigen Arbeiten über
die Schulter blicken. Grünanlagen pflegen,
Wege anlegen, Kanaluntersuchung mit der
TV-Kamera oder Straßenbau – die Aufgaben der
TBS sind vielfältig. Die Mitarbeiter hielten
für die Besucher außerdem Informationen über
Abfallvermeidung, -verwertung und
-entsorgung bereit und präsentierten ihren
Fuhrpark von Kehrmaschine und Schneepflug
über Müllfahrzeug und Hubsteiger bis zum
Schlammsaugwagen und Großflächenmäher. Auch
die Feuerwehr Schwelm war mit interessanten
Einsatzfahrzeugen „zum Anfassen“ vor Ort.
„Wir fahren jeden Tag aneinander vorbei,
heute wollen wir uns mal begegnen“, lud
TBS-Chef Markus Flocke die zahlreichen
Besucher bei seiner Eröffnungsansprache ein.
Viele Bürger machten gerne Gebrauch von der
Möglichkeit, Fragen zu stellen und das eine
oder andere Problem zu diskutieren. Alle
TBS-Mitarbeiter waren an ihren „Uniformen“
und den Namensschildchen leicht zu erkennen.
Nach der Begrüßung durch Markus Flocke
übernahm „Clownin Selma“ die Regie. Sie
spielte Akkordeon und sang dazu, während sie
mit den kleinen und großen Besuchern durch
den Park marschierte und zielstrebig den
völlig neu gestalteten Spielplatz
ansteuerte. Bürgermeister Jochen Stobbe
übergab den Platz offiziell seiner
Bestimmung und somit den bereits wartenden
Kindern, anschließend ließ der Nachwuchs 99
Luftballons als „Schwelmer Schachtzeichen“
in den Himmel steigen. Da ließ es sich
„Selma“ natürlich nicht nehmen, zur
musikalischen Untermalung Nenas Hit von den
„99 Luftballons“ anzustimmen.
Musikalisch ging es am Nachmittag auch auf
dem Bühnenmobil neben dem Schloss zu. Das
Duo „Strinx“, bestehend aus Stefan Wiesbrock
und Ulli Brand, präsentierte eine „Farfarello-Akkustikgitarrenshow“.
Mit Hilfe der Waldschule nahmen das
Schwelmer Gymnasium und die
Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz (AGU) die
Martfeld-Gräfte unter die Lupe, danach
setzen sie Wasserpflanzen ein. Der kürzlich
aufwändig renovierte Haferkasten aus dem 16.
Jahrhundert war für die Besucher geöffnet,
die Forstwirte der TBS gestalteten ihre
„Kettensägen-Kunst“.
Das Spielplatz-Service-Mobil der TBS und
Mitarbeiter des städtischen
Jugend-Fachbereiches waren vor Ort und
standen für alle Fragen zum Thema Spielen
zur Verfügung. Passend dazu lud eine
Hüpfburg zum Spielen ein und das
Märchenmobil bot Mitmachaktionen an.
Natürlich war aber vom ersten bis zur
letzten Minute des Aktionstages auch auf dem
neuen Spielplatz jede Menge los. Viele
Generationen von Kindern und Jugendlichen
haben ihn intensiv genutzt. Daher musste
nach über 20 Jahren eine Grundsanierung
erfolgen.
In der Planungsphase waren kleine und große
Bürger aufgerufen, sich mit ihren Ideen und
Wünschen einzubringen. Es fanden zwei
Termine mit Beteiligungsaktionen statt. Die
Technischen Betriebe Schwelm und der
Fachbereich Jugend, Soziales haben in
Zusammenarbeit mit einer
Landschaftsarchitektin daraus einen Plan für
einen neuen Spielplatz Martfeld entwickelt.
Wo noch vor wenigen Wochen die Bagger den
alten Spielplatz am Martfeld „platt“ gemacht
haben, entstand mit Hochdruck ein neues
Spielparadies: Ein großes Piratenschiff ist
in der Lagune „gestrandet“ und teilweise
„gesunken“. Das Wrack lädt Kinder ab dem
Grundschulalter zum Klettern, Spielen und
Toben ein. Der „Fluch der Karibik“ lässt
grüßen.
Das benachbarte „Hüttendorf“ ist Ersatz für
den bisherigen Kleinkinderbereich. Viel Sand
kann hier ver- und bearbeitet werden, und
natürlich sind die Hütten und Pfahlbauten
ebenfalls gut geeignet, um sich spielerisch
in verschiedene Fantasiewelten entführen zu
lassen. Ein kleines Boot schafft die
Verbindung zum großen Piratenschiff nebenan.
Wer sich die Spielwelt lieber von oben
anschauen möchte, benutzt zukünftig die
Seilpyramide, die auf dem Spielhügel ihren
besonderen Standort bekommt.
Von dort kann man dann auch die anderen
Bereiche des Spielplatzes sichten: Da gibt
es z.B. einen Treffpunkt für die ruhigeren
Beschäftigungen mit Schachfeld und
Boulebahn, umgeben von diversen Bänken.
Ein kleines Stück weiter, dort, wo vorher
immer ein rundes, tiefes Loch zu sehen war,
ist jetzt der „Fitness-Point“ für die
Jugendlichen. An dem wetterfesten
Fitnessgerät können bis zu acht Personen
gleichzeitig trainieren. Drum herum gibt es
Möglichkeiten, sich zu treffen, auszuruhen
oder sich an den Graffitiwänden kreativ zu
betätigen.
Der benachbarte Bolzplatz und die
vorhandenen Tischtennisplatten sind
unverändert erhalten geblieben und runden
das Angebot für die unterschiedlichen
Altersgruppen ab.
Die Baukosten am Martfeld belaufen sich auf
rund 200.000 Euro, die über Zuschüsse aus
Bundesmitteln (Konjunkturpaket II)
finanziert werden konnten. .
. |